Bedürfnisse leben – Warum wir oft gar nicht mehr wissen, was wir wirklich brauchen

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Heute geht es um eines meiner absoluten Herzensthemen, nämlich wie wir mehr nach unseren eigenen Bedürfnissen leben können. Denn ich sehe immer wieder (auch bei mir selbst!), wie schnell man sich selbst und die eigenen Bedürfnisse hinten an stellt.

Sei es weil man sich erst um andere Menschen kümmert oder (und so ist es ehrlich gesagt oft bei mir) gewisse Projekte, Ziele und Erfolge vorne anstellt. Tatsächlich dreht sich hier auf Yomela genau aus diesem Grund auch alles darum, wie wir mehr Leichtigkeit in unseren Alltag bringen und besser für uns sorgen können. Denn am Ende nehme ich Dich bei all meinen Beiträgen mit auf meine ganz eigene Reise zu mehr Leichtigkeit.

Ganz besonders freue ich mich, dass ich heute die liebe Rosina Geltinger zum Thema Bedürfnisse mit meinen Fragen löchern durfte. Dank Ihrer langjährigen Erfahrung als Heilpraktikerin für Psychotherapie gehen wir heute mal richtig in die Tiefe. Wir schauen uns an, woran es eigentlich liegt, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse so oft hinten anstellen und was der erste Schritt sein kann, um unsere Bedürfnisse mehr zu leben.

Bedürfnisse und Leichtigkeit – Wie passt das zusammen?

Auf Yomela dreht sich ja alles darum, wie wir aktiv mehr Leichtigkeit und Lebensfreude in unser Leben bringen können. Welche Rolle spielen unsere Bedürfnisse dabei?

Die Bedürfnisse spielen hier eine ganz zentrale Rolle. Auch wenn die Maslowsche Bedürfnispyramide immer wieder in der Kritik steht, ich glaube an das Prinzip. Es ist egal, wo wir im Leben gerade stehen, die Erfüllung unserer Bedürfnisse führt in jedem Fall zu mehr Wohlbefinden (sei es, dass wir uns sicherer fühlen oder uns verwirklichen können).

Und je wohler wir uns fühlen, desto mehr Spaß haben wir im Leben.

Die größte Herausforderung, ein Leben nach seinen eigenen Bedürfnisse zu leben

Aus Deiner über 10jährigen Berufspraxis als Heilpraktikerin für Psychotherapie, was ist da oft die größte Herausforderung, ein Leben nach seinen eigenen Bedürfnissen zu leben?

Das größte Problem ist, dass wir nicht mehr im Kontakt mit unseren Bedürfnissen sind. Wir spüren nicht mehr bewusst, was wir eigentlich brauchen. Und die andere Herausforderung ist, dass wir oft denken es ist egoistisch, sich die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Deswegen leben wir entweder erst gar nicht nach unseren Bedürfnissen oder, wenn wir nach unseren Bedürfnissen leben, sind sie von Schuldgefühlen überschattet.

Warum haben wir so oft den Bezug zu unseren Bedürfnissen verloren?

Woran liegt es, dass wir oft den Bezug zu unseren Bedürfnissen verloren haben und gar nicht so wirklich wissen, was wir gerade brauchen?

Um das zu beantworten muss ich in die frühe Kindheit zurück gehen.

Mittlerweile weiß man, dass wir am besten am Modell lernen. Das heißt wir tun das, was uns von unseren Eltern vorgelebt wird. Und ich hatte tatsächlich noch nie – in den ganzen 10 Jahren Praxiserfahrung – eine Klientin, deren Eltern sich gut um die eigenen Bedürfnisse gekümmert haben.

Und da die Eltern es selbst nicht gelernt haben, können sie es den Kindern nicht weitergeben.

Oft ist genau das Gegenteil der Fall.

Sie suggerieren den Kindern, dass ihre Bedürfnisse nicht richtig sind, dass sie die nicht ausleben dürfen und dass sie sich bitte anpassen sollen. Das sind oft Kleinigkeiten wie „Da brauchst jetzt nicht weinen, das war doch nicht schlimm“. In ständiger Wiederholung kommt dann beim Kind an „Was ich fühle ist nicht richtig“. Die logische Konsequenz daraus ist, dass wir diese „falschen“ Gefühle unterdrücken und verdrängen.

Das geht dann im Kindergarten und in der Schule meist weiter. Und so nimmt das ganze seinen Lauf.
Das wir keinen Kontakt zu unseren Bedürfnissen haben, ist leider tatsächlich normal.

Warum stellen wir unsere eigenen Bedürfnisse so oft hinten an?

Selbst, wenn wir unsere Bedürfnisse kennen, stehen sie leider viel zu oft an letzter Stelle. Woran liegt es, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse so oft hinter die aller anderen stellen?

Dafür gibt es zwei Gründe: Ängste und Konditionierung

Konditionierungen

Viele sind darauf konditioniert, dass die eigene Bedürfniserfüllung nicht an erster Stelle stehen dürfen. Viele haben Rollenmodelle (insbesondere Mütter) erlebt, die sich für andere aufgeopfert haben. Es wurde uns vorgelebt, dass das so richtig ist. Und leider wurde uns auch oft eingetrichtert, dass es egoistisch ist, nach den eigenen Bedürfnissen zu leben.

Ich kann mich zum Beispiel gut daran erinnern, dass in meiner Kindheit Menschen, die nicht der „Norm“ entsprachen, weil sie z.B. keinen 9 – 5 Job hatten, oft als „Lebemenschen“ bezeichnet wurden. Und der Tonfall suggerierte ganz deutlich: Das war abwertend gemeint. Das hab ich sogar als Kind verstanden. Obwohl ich nie verstanden habe, wieso es schlecht ist ein Lebemensch zu sein. Das hörte sich für mich eigentlich gut an.

Und dadurch ist das Erfüllen der eigenen Bedürfnisse oft mit Schuldgefühlen gekoppelt.

Das problematische daran ist, dass das oft unbewusst abläuft, und wir das selbst gar nicht bewusst wahrnehmen.

Ängste

Ein anderer wichtiger Punkt sind unsere Ängste.

Wir haben Angst davor, dass

  • die anderen uns nicht mehr mögen.
  • wir nicht mehr dazugehören.
  • nicht mehr geliebt und verlassen zu werden.

usw.

Und wir denken, wenn wir uns um die Bedürfnisse der anderen kümmern, passiert das nicht. Das ist übrigens totaler Quatsch. Tatsächlich ist es genau anders rum. Wenn wir bewusst mit unseren Bedürfnissen umgehen, ist das ein riesiger Gewinn für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen.

Bedürfnisse leben – Wie können wir damit konkret starten?

Womit können wir konkret starten, um unsere Bedürfnisse besser kennenzulernen und mehr danach zu leben. Hast Du hier einen konkreten Tipp für uns, mit denen wir direkt starten könnten?

Ja, klar! Ruhe und Atmen. Das ist der beste Start um mit seinen Bedürfnissen in Kontakt zu kommen.

Versuche dir jeden Tag ein paar Minuten Ruhe zu gönnen. Kein Handy, kein Laptop, kein Fernsehen, kein Buch. Keine Ablenkung von außen. Einfach nur Ruhe und Stille und du.

Nutze die Zeit um einfach dich und deinen Körper zu spüren. Wie fühlst du dich, wie geht es dir? Was bräuchtest du jetzt, damit es dir (noch) besser geht? Und schon sind wir bei den Bedürfnissen.

Sei hier bitte ein wenig geduldig. Oft braucht es ein wenig Übung, bis wir dann auch Antworten auf die Fragen spüren und fühlen können.

Und wenn du dir die Ruhe gönnst, lenke die Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Kannst du frei und tief atmen? Oder hast du das Gefühl, dass der Atem irgendwo stecken bleibt? Wenn du magst kannst du versuchen einfach ein kleines Stückchen tiefer zu atmen. Soviel wie sich für dich gut anfühlt.

Das Ziel ist so tief und frei wie möglich zu atmen.

Über den Atem können wir sehr viel regulieren…aber das würde das Interview jetzt sprengen. Aber ein freier und tiefer Atem sorgt immer für Entspannung, und je entspannter wir sind, desto mehr können wir in uns rein hören. Und eben auch unsere Bedürfnisse wahrnehmen.

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ROSINA GELTINGER – Heilpraktikerin für Psychotherapie

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Foto Rosina Geltinger

Ich bin Rosina und helfe bereits seit über 10 Jahren Frauen dabei, Unzufriedenheit zu überwinden und mehr innere Ruhe und Lebensfreude zu finden. Das große Ziel ist immer ein glücklicheres und zufriedeneres Leben zu führen.

Ich weiß, dass der Schlüssel dazu in uns liegt: Je tiefer und besser wir uns selbst kennen, verstehen und annehmen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu gehören natürlich viele unterschiedliche Aspekte. Und die sind Teil meiner offline Arbeit in meiner Praxis und auch in meinen Online Workshops und Online Programmen.

Mein Motto: “Nimm das Leben so, wie es kommt…und genieße den Tag.”

Das versuche ich jeden Tag aufs Neue. Manchmal klappt es ganz hervorragend und manchmal geht’s komplett in die Hose 😉 Aber davon lasse ich mich nicht entmutigen, und probiere es einfach am nächsten Tag wieder.

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